Springe direkt zu Inhalt

Ecos del desierto

Die Anwältin Carmen Hertz vor dem Hintergrund der Operation „Caravana de la muerte“, Ecos del desierto, eine Miniserie von Andrés Wood.

Die Anwältin Carmen Hertz vor dem Hintergrund der Operation „Caravana de la muerte“, Ecos del desierto, eine Miniserie von Andrés Wood.

Die Serie Ecos del desierto (Echos der Wüste) wurde vorwiegend im Norden Chiles und in der Hauptstadt Santiago gedreht und erzählt von den entscheidenden Momenten des Lebens der Anwältin Carmen Hertz. Zum einen wird die Ermordung ihres Mannes Carlos Berger, eines Aktivisten der Kommunistischen Partei, während des ersten Jahres der Militärdiktatur 1973 in Calama durch die Caravana de la muerte (Karawane des Todes) thematisiert. Zum anderen stellt die Serie den lange Kampf dar, den die Anwältin auf der Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit mit Hilfe der Menschenrechtsorganisation Vicaría de la solidaridad und anderer Institutionen führte. In dieser Situation war sie Drohungen und Verfolgung durch die Beteiligten ausgesetzt.

Mit Zeitsprüngen zwischen den Jahrzehnten der 70er, 80er und 2000er Jahre erzählt die vierteilige Miniserie einige der dunkelsten Episoden der chilenischen Diktatur, wie beispielsweise die als Caravana de la muerte bekannte Militäroperation. Bei dieser zog ein Teil der chilenischen Armee 1973 unter der Leitung von General Sergio Arellano Stark durch das Land und tötete 97 politische Gefangene. Später, Ende der 1970er Jahre, gab Pinochet den Befehl, die Leichen aus den Massengräbern auszugraben, sie an den Schienen von Hubschraubern zu befestigen, um sie dann anschließendins Meer zu werfen. Diese Operation wurde "Rücknahme von Fernsehgeräten" genannt und ist ebenfalls Teil der Geschichte, die in der Serie erzählt wird.

Ecos del desierto wurde 2013 vom Sender Chilevisión im Rahmen der Gedenktage zum vierzigsten Jahrestag des Staatsstreichs im Land ausgestrahlt. Anschließend wurde die Seriein ganz Lateinamerika auf Tuner Networks Telivision (TNT) ausgestrahlt. Die Inszenierung basiert auf den Gerichtsarchiven des „Fall Karawane des Todes“ (span. „Caso caravana de la muerte) und verwendet Archivmaterial, wie beispielsweise Originalbilder und Tonaufnahmen.

Carmen Hertz, zurzeit Abgeordnete im chilenischen Parlament, die an dem Drehbuch mitgewirkt hat, erläuterte in einem Interview über die Serie und verschiedenene andere Fernsehproduktionen, die im Zusammenhang mit dem Gedenken an den Militärputsch erschienen sind: "Diese Explosion der Erinnerung ist auch eine Formel für Heilung und Wiedergutmachung, aber nicht nur auf persönlicher Ebene. Was meiner Familie widerfahren ist, war Teil dessen, was Tausenden von Chilenen widerfahren ist, weil wir zu einem Teil der Gesellschaft gehörten, der verfolgt wurde".