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El Chapo

El Chapo, eine mexikanisch-US-amerikanische Serie, die 2017 von der Streaming-Plattform Netflix und Univision Studios veröffentlicht wurde, schildert das Leben des mexikanischen Drogenhändlers Joaquín Guzmán Lora. Guzmán Lora wurde vom FBI und der Internationalen Kriminalpolizeilichen Organisation (INTERPOL) als eine der meistgesuchtesten Person eingestuft. Die Serie ist in 3 Staffeln mit 35 Episoden von etwa 45 Minuten Länge unterteilt. Die erste Staffel beginnt in den 1980er Jahren, als El Chapo mit geringen finanziellen Mitteln dem Kartell von Guadalajara beitritt. Die zweite Staffel beschreibt seinen Aufstieg in den 1990er Jahren, als er zum Chef des Sinaloa-Kartells wird, und die letzte Staffel endet schließlich mit der Festnahme von El Chapo im Jahr 2016. Nach Angaben von Todotvnews erreichte die letzte Folge der ersten Staffel eine Gesamtzuschauerzahl von 3,5 Millionen Zuschauern. Laut der Netflix-Plattform ist El Chapo eine der von mexikanischen Nutzern am meisten konsumierten Serien: Sie gehörte 2017 zu den zehn am meisten "marathonisierten" Serien in Mexiko (Reyna, 2017).

Diese Serie ermöglicht einen Einblick in die US-Amerikanische Interpretation des mexikanischen Drogenhandels und den Einfluss und Konsum einer mexikanischen Zuschauerschaft. Sowohl die Erinnerung als auch die emotionale Wirkung gilt es abzuwägen, die diese Serie sowohl beim mexikanischen als auch beim internationalen Publikum hervorruft. Im Gegensatz zu den Serien Narcos oder El Patrón del Mal handelt die Serie El Chapo von einem Verbrecher, der noch am Leben ist und dessen Drogenhandel weiterhin Auswirkungen auf die Lebenswirklichkeit vieler Mexikaner:innen zeigt. Im Jahr 2006 erklärte der damalige mexikanische Präsident Felipe Calderón dem Drogenhandel den Krieg. Dieser von der mexikanischen Regierung gegen die Drogenkartelle entfesselte interne Konflikt hat bis heute 125.000 Tote und mehr als 30.000 Verschwundene gefordert.

Die Meinungen über die Serie sind sehr unterschiedlich: Einige loben die investigative Arbeit der Produzenten, andere weisen darauf hin, dass es sich bei dieser Serie nicht um einen Dokumentarfilm handelt, sondern um eine fiktive Konstruktion, bei der die realen Fakten verändert wurden.

Quellen und Referenzen

AMAYA-TRUJILLO, Janny. Érase una vez en México. Ficción y memoria del pasado reciente en la serie El Chapo. Comun. medios [online]. 2018, vol.27, n.37, pp.93-105. Disponible en: http://www.scielo.cl/scielo.php?script=sci_arttext&pid=S071915292018000100093&lng=es&nrm=iso

REYNA, E. México, el primer país de América Latina que devora una serie en menos de 24 horas. El País. Recuperado de: https://elpais.com/cultura/2017/10/17/television/1508257674_718603.html 17 de octubre de 2017

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